Socken stricken – eine kleine Anleitung

Für alle, die gerne selber Socken stricken möchten, aber nicht wissen wie… Ich hab versucht eine Anleitung zu schreiben, die die wichtigsten Schritte erklärt.. Rechte Maschen Linke Maschen etc sollten schon  bekannt sein. Socken stricken ist gar nicht so schwer. Viel mehr, als in Runden zu stricken brauchst du dabei gar nicht zu können. Alles andere will ich in dieser Anleitung zeigen.

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Ein kleines Blumenbuch

Seit langem wieder mal hab ich ein Buch in Arbeit. Eher ein Büchlein, 11*11cm klein ist es nur.
Im Cover sind kleine Taschen für ein Foto oder andere kleine flache Dinge. Die Blumen sind mit Kartoffeln auf Kleisterpapier gestempelt und die aufgeklebten Taschen verstärkt mit rotem Garn.
Irgendwie fehlt es mir noch etwas am Kontrast. Sobald ich eine gute Idee dazu habe, kann es weitergehen.

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Mein Skizzenbuch

Das letzte Buch das ich herstellte ist dieses hier. Es ist zwar nun schon fast ein Jahr her, aber bis jetzt hab ich es hier noch nicht vorgestellt.

Ich brauchte ein Skizzenbuch, das etwas aushält, und sich ganz flach öffnen lässt. Die Wahl der Materialien und der Technik war also klar. 3mm Graupappe für die Robustheit und eine koptische Heftung, damit es sich von der vordersten bis zur hintersten Seite ohne grosse Wölbung der Seiten flach öffnen lässt. Ich finde Bücher mit geschlossenem Buchrücken zwar schön, sie fühlen sich auch ein wenig kompakter an,  aber zum zeichnen ist die koptische Heftung angenehmer.

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Als Heftgarn verwendete ich ein beiges Baumwollgarn, und um die Heftung etwas interessanter zu gestalten spielte ich ein wenig mit den Abständen der Einstichlöcher für das Garn. Die Distanz zwischen den Löchern wird von aussen nach innen immer grösser und ist in der Mitte am grössten.

Damit das Buch sicher in einer Tasche verstaut werden kann, ohne gleich Eselsohren zu bekommen, machte ich noch zwei Bänder am Cover fest, die sich zubinden lassen. Da ich ein wenig in Eile war beim fertigstellen des Buches, hab ich einfach die erstbesten Bänder genommen. Zugegebenermassen sieht das schwarz nicht allzu berauschend aus, blau oder beige wäre wohl schöner. Ich befestigte die Bänder mit dem selben Garn, das ich zum heften benutze. Das Buchleinen machte ich selber aus einem Rest Polsterstoff. Das Papier ist ein alterungsbeständiges Künstlerpapier, beidseitig glatt und 120g schwer.

Einbandpapier Schneckenhaus

Das Einbandpapier stellte ich schon vor längerer Zeit her. Auf ziemlich schweres Papier (Fotokarton oder so etwas ähnliches) malte ich mit zarten Lasuren von Acrylfarbe immer wieder das Spiralmuster in blau, grün und schwarz. Zwischen jeder Lasur malte ich erneut das helle Muster in gelber oder weisser deckender Acrylfarbe. Durch die vielen Lasurschichten in unterschiedlichen Farben entsteht eine grosse Farbtiefe und Farbbrillanz, viel grösser, als wenn ich die gewünschten Farben gleich fertig gemischt hätte. Seit ich begonnen habe vermehrt mit Aquarellfarben zu malen ziehe ich die Lasurtechnik der Mischtechnik vor, werden die Farben nacheinander aufgetragen behalten sie ihre Leuchtkraft. Werden sie gemischt verlieren sie leider einen Grossteil der Leuchtkraft.

Inspiration wird überbewertet

inspiration

Inspiration ist ein grosser Begriff, der immer wieder im Zusammenhang mit Kunst und Gestaltung auftaucht. Inspiration, Spiritus – der Geist, der einer Sache innewohnt, die einer Vision gleich auftaucht. Ein Zauberding, das nur wenigen besonders begnadeten Menschen zuteil wird, der Schlüssel zu kreativem Gelingen.

Kopf und Hand

Inspiration alleine steht auf verlorenem Posten, wenn da nicht ein Kopf und Hände sind, welche die Idee erarbeiten, sie in die Wirklichkeit transformieren, vom Traum in die Realität. Kopf und Hände können auch nach fremder Vorgabe arbeiten, nach einem gekauften Schnittmuster, nach einer akribisch genauen Anleitung, die keine Abweichung erlaubt. Auch so können Dinge entstehen, die funktionieren, die zweckmässig und auch schön sind. Es ist nicht die Inspiration, die einem Produkt in die Wirklichkeit verhelfen. Es ist nicht die Idee, die sich selber verwirklicht. Kreativität bedeutet auch Beharrlichkeit und Ausdauer bis ein Ziel erreicht wird.

Mut und Ausdauer

Kreativität braucht auch den Mut sich einer Idee hingeben zu können, Zeit zu investieren und nicht zu wissen, ob es am Ende gelingt. Manchmal braucht es auch einen sich selber verpassten Anstubser, eine Arbeit zu beginnen, von der einem niemand zum Voraus sagen kann ob es sich lohnen wird überhaupt anzufangen. Zweifel und Hemmungen, die Angst vor dem Scheitern hinter sich zu lassen und einfach zu beginnen.

Die Inspiration hilft da nicht weiter. Sie ist der zündende Funke, der verglüht wenn er nicht gehegt und genährt wird, wie ein kleines Feuer, das kurz raucht aber niemals brennt und wärmt, ohne dass Holz  nachgelegt wird.

Stricken mit Schafwolle

Zweimal im Jahr müssen Schafe geschoren werden, da ihre Wolle sonst ins Unermessliche wächst. Die meisten Schafhalter werfen die Wolle in den Abfall und bezahlen für die Entsorgung.

Abfall oder Rohstoff?

Es gibt schon Möglichkeiten, die Rohwolle zu verkaufen. Abnehmer sind zum Beispiel Hersteller von Dämmstoffen. Allerdings muss die Wolle dafür sortiert und verlesen werden. Streu und Mist in der Wolle gibt Abzüge beim Preis – die meisten Schäfer können oder wollen diesen Mehraufwand nicht betreiben. Der Wollpreis ist im Keller, das fördert die Motivation auch nicht unbedingt die Mehrarbeit zu leisten und die Wolle dann für ca zwei Franken pro Kilo zu verkaufen.

Der Trend, Wolle in Funktionskleidung zu verwenden, betrifft die Schweizer Schafhalter weniger. Die Hersteller arbeiten mit Merinowolle, die einiges feiner ist, im Vergleich zur Wolle der Rassen Mitteleuropas.

Die Herausforderung

Im Dachstock befinden sich Säcke voller Schurwolle. Zuerst bastelte ich aus Holzleisten und Nägeln kleine  Kämme, mit denen ich die Wolle bändigen wollte. Damit kam ich nicht so gut zuerecht. Also bastelte ich so etwas Kardenähnliches. In zwei kleine Brettchen bohrte ich je ungefähr hundert Löcher, in die ich dann aufgedröselte Viehüterlitze fädelte. Eine richtige Schlechtwetterarbeit.

Die Litzendrähte sind zwar etwas weich, aber das ging schon besser.

Werkzeug zum Bearbeiten der Wolle

Rudimentäres Werkzeug zur Bearbeitung der Wolle

Als Spindel musste ein Holzschlegel ( Holzschnitzwerkzeug ) herhalten. Das ist natürlich ein eher schweres Werkzeug, mit dem auch eher dicke Fäden herauskamen. Schwangere Regenwürmer, abgerissene Fäden, das ganze Repertoire, das Spinnanfänger so zur Verfügung haben. Verzwirnt hab ich die Wolle nicht, sie ist so schon dick genug…

Werkzeug und Wolle

Werkzeug und Wolle

Das Virus hat mich trotzdem befallen. Ich spann genug Material (Garn ist jetzt nicht ganz der richtige Ausdruck…) um ein Paar ganz schwere Wollsocken stricken zu können. Die Socken sind dank dem dicken Garn und dem ganzen Wollfett so steif, dass sie von alleine stehen können.

Das Resultat nennen wir „Neolith“. Ein wahrhaft mächtiges Paar Socken in Thomas Grösse. Allerdings sieht es nicht so aus, als möchte er sie wirklich tragen.

Schafwollsocken

Der „Neolith“ aus Wolle von Schwarznasen selber gestrickt