Notizbuch mit Blumenstickerei

Grün und Umbra mit Stickerei

Heute konnte ich diesen kleinen Schatz aus meiner improvisierten Buchpresse zaubern.Notizbuch mit Blumenstickerei

Das Büchlein hat ungefähr Format A6. Die Stickerei auf dem Buchrücken machte ich frei nach Schnauze, ohne Entwürfe oder Vorzeichnungen. Die Blumen sind nicht ganz in Reih und Glied, aber wann sind denn Blumen schon in Reih und Glied?

Ich war mir zuerst gar nicht sicher, welche Farbe das Kleisterpapier haben soll. Ich fragte Thomas, und seine spontane Antwort war „braun“. Eine gute Entscheidung, die schokoladige Farbe der Umbra kontrastiert das grün sehr schön und passt auch zum hellblau und lila der Stickerei.

Das Muster des Papiers ist übrigens aus einem „Unfall“ entstanden. Eigentlich wollte ich die Farbe mit der Handfläche ins Papier einmassieren, um eine regelmässige, seidenmatte Struktur zu erhalten. Ich hob aus versehen die Hand an und sah, dass das so entstandene Muster gar nicht schlecht aussieht. Kurzerhand tupfte ich den ganzen Bogen mit dem Handballen. Das Muster erinnert mich irgendwie an Eisblumen, das lässt sich noch weiter ausbauen.

Kleisterpapier umbra

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Notizbuch mit Kleisterpapier

kleines Notizbuch mit Stoffeinband

Es wurde Zeit mal etwas ganz anderes zu machen. Nun gut, soo anders ist es auch nicht, es ist auch ein Buch.

Allerdings diesmal keine koptische Heftung, sondern ein Buch mit Buchrücken aus Graukarton und Stoffeinband. Der Einbandstoff ist der Rest eines Polsterstoffes, ob es Leinen oder Baumwolle ist, kann ich nicht sagen, es fühlt sich trotz der groben Webart relativ fein an, vielleich ist sogar ein Seidenanteil im Stoff.

Notizbuch mit Kleisterpapier

Als Vorsatzpapier stellte ich ein Kleisterpapier mit lichtem Ocker her, passend zum grün- rot- ockerfarbenen Webmuster. Um die strenge des Streifenmusters etwas zu unterbrechen zog ich mit einem fein gezähnten Kamm und grosszügignen Schwüngen Kamm ein Muster in den Kleister. Der natürliche und warme Farbton des Ockerpigments harmoniert sehr schön mit den Farben des Stoffes und verleiht dem Buch eine gewisse Leichtigkeit.
Die Signaturen bestehen aus halbiertem US-Letter Papier, es ist ein kleines handliches Büchlein geworden.

Notizbuch mit Vorsatzpapier

Mein Arsenal an Pigmenten

Pigmente

Warum Pigmente?

Bisher färbte ich den Kleister für meine Kleisterpapiere jeweils mit Acrylfarbe oder Gouachefarben. Grundsätzlich funktioniert das recht gut. Trotzdem wollte ich versuchen, wie das färben von Kleister mit reinen Pigmenten funktioniert.

Mein Arsenal an Pigmenten

Acrylfarben wird immer ein Anteil Füllstoffe beigemischt, damit die Masse der Farbe grösser wird. Füllstoffe sind günstiger als Pigmente, die Farbhersteller sparen so an Materialkosten. Das hat Vor und Nachteile. Vorteile liegen oft in der Verarbeitbarkeit der Farben, und deren Deckkraft. Ein Nachteil ist jedoch immer die Farbbrillianz, die unter den Füllstoffen leidet. Gerade wenn Farben nicht gemischt, sondern in Schichten aufgetragen werden, erreicht das Licht die unteren Farbschichten nicht mehr, und wird von dort auch nicht mehr reflektiert. Das erhöht zwar die Deckkraft, verringert aber gleichzeitig die Leuchtkraft und Lebendigkeit der Farben. Besonders bei starker Verdünnung meiner Acrylfarben ist mir aufgefallen, dass die Farben nicht mehr rein wirken.

Probieren geht über studieren

Da ich bis jetzt noch nie mit Pigmenten in Pulverform gearbeitet hatte, schlich ich einige Tage lang um die Schachtel herum, nahm immer wieder ein Gläschen in die Hand um die Farben zu bewundern. Ich traute der Sache noch nicht so ganz und schob den Versuch hinaus. Heute nahm ich meinen ganzen Mut zusammen, mischte etwas Kleister an und gab ein wenig der Zitronengelben Pigmente dazu. Wider erwarten geschah nun nichts schlimmes… Das Pulver lässt sich überraschend gut mit dem Kleister mischen.

Um Verluste beim Experimentieren zu minimieren arbeite ich für Versuche gerne auf kleinen Formaten. DIN A6 finde ich für diesen Zweck ideal. Wie ich vermutete, braucht  es ein wenig Übung und Erfahrung, um abzuschätzen wie die Mengenverhältnisse von Kleister und Pigmenten sein müssen. Wahrscheinlich ist das auch von der Art der Pigmente abhängig.

Erstes Resumée

Das Färben von Kleister mit Pigmenten anstelle von Acryl oder Gouachefarbe bietet einen grossen Vorteil, den ich nicht erwartet hätte. Relativ dicker, aber schwach gefärbter Kleister, erlaubt es die Farbe mit einem Kamm fast vollständig von der Papieroberfläche zu entfernen. Die Spuren, die der Kamm hinterlässt sind also fast weiss. Etwas dünnerer Kleister, mit einer grösseren Menge von Pigmenten lässt die Farbe tiefer ins Papier eindringen. Das heisst, die Spuren, die der Kamm zieht sind gefärbt. Diese Kontrolle über das Verhalten der Farbe war mir mit den Acrylfarben nicht möglich.
Bis ich dieses Verhalten gezielt anwenden kann, wird es wohl noch ein paar Versuche brauchen. Doch ich bin sicher, mit etwas Übung und Erfahrung lassen sich Effekte erzielen, die mit Acrylfarbe nicht erreicht werden können.

Was die Brillanz der Farben angeht bin ich auch zufrieden. Ich habe heute nur vier der neun Farben ausprobiert, Azurblau, Zitronengelb, gebrannte Umbra und lichter Ocker. Ich freue mich jetzt schon darauf, mit den anderen Farbtönen zu spielen.
Sehr gespannt bin ich auf Karminrot, bei Versuchen mit scharz und rot hatte ich immer Probleme mit den Gouachefarben. Meine rottöne veränderten sich immer zu einer Art Fleischfarbe, die mir nicht so recht zusagte. Ich bin voller Spannung und Vorfreude auf weitere Versuche.

Musterbuch, als Fächer geöffnent

Kleines Musterbuch

Die kleinen Kleisterpapierzettel lagen nun als Stapel auf meinem Schreibtisch. Was liegt also näher, als diese Zettel zu einem kleinen Buch zusammenzuheften. Mein erstes kleines Musterbuch, das mir als Inspiration  für grössere Bögen Papier dienen soll, als Gedankenstütze für mögliche Muster, oder einfach so, der Freude wegen.

rot gelb blau

rot gelb blau

Da es sich um einzelne Blätter handelt, die nicht zu Lagen gefaltet werden sollen, heftete ich mit der Japanischen Bindung.  Damit das ganze eine optische Einheit bildet, klebte ich das erste und das letzte Blatt mit einem Streifen schwarzen Papiers zusammen, das den Buchrücken umschliesst.

Das Prinzip dieser Art der Heftung ist ziemlich simpel, das exakte Bohren der Löcher für das Heftgarn war eigentlich die grösste Herausforderung. Die fast 60 Blatt Papier leisteten mehr Widerstand, als erwartet. Das kleine, unscheinbare Buch hat tatsächlich drei Stabile Nadeln auf dem Gewissen! Das nächste Mal bin ich Vorbereitet.

Als Nähfaden verwendete ich ein crèmefarbenes Baumwollgarn, das einen schönen Kontrast zum schwarzen Papier bildet.

Ich finde es immer wieder faszinierend, aus losen Blättern etwas mit „Gehalt“ zu schaffen. Die einzelnen kleinen Bögen, die Ungefähr Format A6 (US Letter, geviertelt) haben, schienen fast schwerelos, wenn ich sie in die Hand nahm. liessen sich kaum bündeln, fast als ob sie einen eigenen Willen hätten. Durch das Vernähen der Blätter entsteht ein Körper, ein Objekt mit Masse. Etwas das ich in die Hand nehmen kann und durchblättern, ohne dass es aus den Fugen gerät. Die einzelnen Teile verlieren nicht ihr Eigenleben, sie fügen sich zu einem Ganzen zusammen.

Musterbuch für Kleisterpapier Japanische Heftung

Musterbuch, als Fächer geöffnent

Kleisterpapier Samples

Wenn es um schnelle Erfolgserlebnisse geht ist für mich im Moment Kleisterpapier das einzig Wahre.

Ich war in Experimentierlaune und viertelte einen Stapel US Letter Papier. Ich wollte neue Muster und Kämme ausprobieren, dazu eignen sich kleine Blätter besser als grosse. Der Verlust, bei misslungenen Exemplaren ist kleiner, man kommt schneller vorwärts, braucht nicht soviel Platz zum trocknen – und es macht Spass.

Ich werde nicht lange überlegen müssen, wenn ich das nächste Mal grössere Bögen dekorieren will – Bilder sagen mehr als hundert Worte: