Stricken mit Schafwolle

Zweimal im Jahr müssen Schafe geschoren werden, da ihre Wolle sonst ins Unermessliche wächst. Die meisten Schafhalter werfen die Wolle in den Abfall und bezahlen für die Entsorgung.

Abfall oder Rohstoff?

Es gibt schon Möglichkeiten, die Rohwolle zu verkaufen. Abnehmer sind zum Beispiel Hersteller von Dämmstoffen. Allerdings muss die Wolle dafür sortiert und verlesen werden. Streu und Mist in der Wolle gibt Abzüge beim Preis – die meisten Schäfer können oder wollen diesen Mehraufwand nicht betreiben. Der Wollpreis ist im Keller, das fördert die Motivation auch nicht unbedingt die Mehrarbeit zu leisten und die Wolle dann für ca zwei Franken pro Kilo zu verkaufen.

Der Trend, Wolle in Funktionskleidung zu verwenden, betrifft die Schweizer Schafhalter weniger. Die Hersteller arbeiten mit Merinowolle, die einiges feiner ist, im Vergleich zur Wolle der Rassen Mitteleuropas.

Die Herausforderung

Im Dachstock befinden sich Säcke voller Schurwolle. Zuerst bastelte ich aus Holzleisten und Nägeln kleine  Kämme, mit denen ich die Wolle bändigen wollte. Damit kam ich nicht so gut zuerecht. Also bastelte ich so etwas Kardenähnliches. In zwei kleine Brettchen bohrte ich je ungefähr hundert Löcher, in die ich dann aufgedröselte Viehüterlitze fädelte. Eine richtige Schlechtwetterarbeit.

Die Litzendrähte sind zwar etwas weich, aber das ging schon besser.

Werkzeug zum Bearbeiten der Wolle

Rudimentäres Werkzeug zur Bearbeitung der Wolle

Als Spindel musste ein Holzschlegel ( Holzschnitzwerkzeug ) herhalten. Das ist natürlich ein eher schweres Werkzeug, mit dem auch eher dicke Fäden herauskamen. Schwangere Regenwürmer, abgerissene Fäden, das ganze Repertoire, das Spinnanfänger so zur Verfügung haben. Verzwirnt hab ich die Wolle nicht, sie ist so schon dick genug…

Werkzeug und Wolle

Werkzeug und Wolle

Das Virus hat mich trotzdem befallen. Ich spann genug Material (Garn ist jetzt nicht ganz der richtige Ausdruck…) um ein Paar ganz schwere Wollsocken stricken zu können. Die Socken sind dank dem dicken Garn und dem ganzen Wollfett so steif, dass sie von alleine stehen können.

Das Resultat nennen wir „Neolith“. Ein wahrhaft mächtiges Paar Socken in Thomas Grösse. Allerdings sieht es nicht so aus, als möchte er sie wirklich tragen.

Schafwollsocken

Der „Neolith“ aus Wolle von Schwarznasen selber gestrickt

Schmetterlingkarte

Schmetterlingskarte

Ein Schmetterling kommt selten allein…

Ich gestalte sehr gerne individuelle Karten, zu Geburtstag, Weihnacht und Muttertag. Leider habe ich die wenigsten fotografiert oder dokumentiert, weshalb sie bis jetzt im Blog noch nie auftauchten. Diese Schmetterlingskarten wurden früh genug fertig, ich konnte sie also ausgiebig fotografieren. Das arrangieren der Karten machte grossen Spass, es sind Karten zum in die Hand nehmen und bewegen geworden.

Schmetterlingkarte

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Bunte Stoffe

bunte Stoffe gegen feuchtes Winterwetter

Bei diesem nasskalten Wetter hatte ich Lust auf schöne Farben.

Ich spielte ein wenig mit den Stoffen und meinem Kleisterpapier, gerade meine Musterbüchlein sind da sehr hilfreich. Nach und nach werde ich Teile dieser Stoffe auf Papier auziehen und sie für Buchcovers verwenden. Die meisten dieser Stoffe waren mal Kleidungsstücke, selber getragene, und welche aus dem Brockenhaus. Es ist ein gutes Gefühl, diesen einstigen Lieblingsstücken eine neue Seele einhauchen zu können. Upcycling auf der ganzen Linie also.

Bunte Stoffe

Vorfreude

Der erste Schritt ist gemacht, die ersten Exemplare sind am trocknen. Ich freue mich darauf, einen Fundus zu schaffen, aus dem ich schöpfen kann. Und nicht für jedes einzelne Buch das Covermaterial separat herstellen muss. Das sind arbeiten, die nebenbei erledigt werden können, auch wenn das eigene kreativitätslevel nicht auf Höhenflug ist. Es ist sehr befriedigend die trockenen Bögen zu versorgen und dabei zu sehen, wie der Stapel wächst.

Notizbuch mit Blumenstickerei

Grün und Umbra mit Stickerei

Heute konnte ich diesen kleinen Schatz aus meiner improvisierten Buchpresse zaubern.Notizbuch mit Blumenstickerei

Das Büchlein hat ungefähr Format A6. Die Stickerei auf dem Buchrücken machte ich frei nach Schnauze, ohne Entwürfe oder Vorzeichnungen. Die Blumen sind nicht ganz in Reih und Glied, aber wann sind denn Blumen schon in Reih und Glied?

Ich war mir zuerst gar nicht sicher, welche Farbe das Kleisterpapier haben soll. Ich fragte Thomas, und seine spontane Antwort war „braun“. Eine gute Entscheidung, die schokoladige Farbe der Umbra kontrastiert das grün sehr schön und passt auch zum hellblau und lila der Stickerei.

Das Muster des Papiers ist übrigens aus einem „Unfall“ entstanden. Eigentlich wollte ich die Farbe mit der Handfläche ins Papier einmassieren, um eine regelmässige, seidenmatte Struktur zu erhalten. Ich hob aus versehen die Hand an und sah, dass das so entstandene Muster gar nicht schlecht aussieht. Kurzerhand tupfte ich den ganzen Bogen mit dem Handballen. Das Muster erinnert mich irgendwie an Eisblumen, das lässt sich noch weiter ausbauen.

Kleisterpapier umbra

Notizbuch in pink und weiss

Pink und weiss

Mein neustes Werk, ist ein kleines Notizbuch.

Den Buchrücken und die Ecken bezog ich mit einem ganz tollen pinkfarbenen Stoff, den ich schon sehr lange besitze. Eigentlich war es mal ein Deux-piece, dessen Schnitt mir nie gefiel. Was leider nicht so gut rüberkommt auf den Fotos ist das Moiréemuster des Stoffes. Ein halber Ärmel des Jackets verarbeitete ich in diesem Büchlein, der Rest wartet noch darauf verwendet zu werden.

Notizbuch in pink und weiss

Das weisse Papier hat kleine blaue und rote Tupfen, die super mit dem pink harmonieren und dem Büchlein eine elegante Note verleihen. Fürs Vorsatzpapier stellte ich ein Kleisterpapier mit karmin und dunklem ultramarinblau her, die Farben massierte ich mit den Händen ins Papier, um eine regelmässige Struktur zu erhalten.

Ich verwendete das erste mal selbst gekochten Kleister aus Maisstärke her und bin begeistert von der seidigen, fast perlmuttenen Oberflächenstruktur.

Notizbuch Ansicht mit Vorsatzpapier