Schmetterlingskarte

Ein Schmetterling kommt selten allein…

Ich gestalte sehr gerne individuelle Karten, zu Geburtstag, Weihnacht und Muttertag. Leider habe ich die wenigsten fotografiert oder dokumentiert, weshalb sie bis jetzt im Blog noch nie auftauchten. Diese Schmetterlingskarten wurden früh genug fertig, ich konnte sie also ausgiebig fotografieren. Das arrangieren der Karten machte grossen Spass, es sind Karten zum in die Hand nehmen und bewegen geworden.

Schmetterlingkarte


Die meisten Karten welche angeboten werden sind zweidimensional, meist ein Bild, oft ein Text dazu. Mir gefällt es, Karten zu gestalten, die aus dem Rahmen fallen und überraschen. Da mir meine Handschrift nicht sehr gut gefällt habe ich meist auf Text auf der Vorderseite verzichtet. Ich versuche lieber die Botschaft der Karte grafisch zu vermitteln. Popup Cards, also Karten die sich beim auffalten in ein dreidimensionales Papierobjekt verwandeln haben mich schon immer fasziniert. Deshalb kam mir wohl auch die Idee einen Schmetterling, der über einer Blume fliegt zu gestalten.

Am Anfang war der Schmetterling aus Zeitungspapier

Ich probierte mit Zeitungspapierschmetterlingen und -streifen herum, bis ich herausgetüftelt hatte wie die „Mechanik“ funktionieren soll. Ein träger aus Papier, der beim öffnen der Karte ausklappt und den Schmetterling anhebt, so dass der Schmetterling aus der Karte zu fliegen scheint.

Buntpapier

Da ich bereits wusste, dass ich blaue Schmetterlinge basteln will bemalte und bekleisterte ich ein paar Bögen mit blauen Farben. Ich versuchte eine dezente aber interessante Struktur zu erreichen, die an das Schillern eines Morphofalters imitiert. Damit sich der ganze Aufwand mit dem Planen und Entwerfen auch lohnt, stellte ich gleich eine Serie ähnlicher Papiere her. Die Erfahrung lehrt, lieber ein Paar Bögen auf Reserve herzustellen… Den Buntpapieren gab ich genug Zeit zum Trocknen und Pressen, damit sie schön plan liegen. Das ist wichtig, sonst könnte die Karte hakeln beim bewegen.

Schmetterlingsskizzen

Aus einem Buch zeichnete ich einige Schmetterlinge ab, um die Form und Zeichnung der Flügel zu erarbeiten. Ich wollte einen starken Kontrast, damit die Fläche der aufgespannten Flügel nicht zu langweilig und platt aussieht.

Einmal entschieden übertrug ich die Form auf die Rückseite des blauen Buntpapiers und schnitt die Falter aus. Um noch mehr Glanz auf die Flügel zu bringen, lackierte ich die Vorderseite der Flügel mit Schellack, ich hab ihn das erste Mal benutzt und bin etwas unzufrieden. Die Flügel kleben nun etwas zusammen, wenn sie länger zusammengefaltet bleiben.

Kontrast

Mit schwarzer Acrylfarbe malte ich freihand das Muster auf die Flügel. Schön zuzusehen wie unter meinen Händen die Schmetterlinge zu „leben“ beginnen, wie ihnen der Kontrast Spannung verleiht und die zarten Muster des Kleisterpapiers zur Geltung kommen. Währenddessen begann ich mir das erste Mal über den Hintergrund Gedanken zu machen.

Hintergrund

Zu einem Schmetterling gehören Blumen, ganz klar. Und das wars dann auch schon mit den 5% Inspiration. Um weiterzukommen legte ich die Schmetterlinge auf meine Kleisterpapiermuster um eine schöne Farbkombination zu finden. Karminrot passte am besten. Rosa Blumen also. Gestempelt, gemalt, gezeichnet, Schnurdruck? Viele Ideen, aber keine wollte mich begeistern. Dafür konnte ich mich ziemlich schnell für diese cremefarbenen Naturpapiere entscheiden, die ich von Gin Petty erhalten habe – Vielen Dank nochmals Gin!

Nicht verwendeter Entwurf für den Hintergrund

Mehr der Einfachheit halber als aus Überzeugung entschied ich mich auf jede einzelne Karte mit einer Blume zu bemalen. Nach ein paar Versuchen kam ich auf eine lilafarbene Blume, die mich beim Betrachten ein wenig an Echinacea erinnert. Aquarellfarbe deckt ausserdem die wunderschöne Struktur der Papiere nicht ab, sondern lässt sie durchscheinen.

Blume auf Gin Petty's Papier

Ich versuchte der Blume etwas flüchtiges zu verleihen, etwas Zufälliges, Hauptdarsteller soll der Schmetterling sein.
Das Zusammenleimen der Einzelteile forderte meine Nerven nochmals etwas heraus. Zu feuchter Leim, der mit dem Papier, der Kleisterfarbe auf den Flügeln und dem Schellack wechselwirksam wurde und die Flügel verklebte, Fehler beim zusammenkleben und meine Ungeduld machten aus Anfangs acht Schmetterlingen nur noch sechs Karten. Die beiden Beschädigten Exemplare kleben nun in meinem Skizzenbuch.

Geschafft

Die sechs Karten sind nun fertig und warten darauf verschickt zu werden. Fertig… Eigentlich sind sie noch nicht ganz fertig. Fertig wäre, wenn die Aussenseite auch noch ausgestaltet ist. Schmetterlinge sind ein schönes Thema und die Karten gefallen mir gut, es werden nicht die letzten Popup Cards mit Schmetterlingen gewesen sein. Die fünf Prozent Inspiration für die nächsten Karten sind mir auch schon zugeflogen… Aber dann muss ich wenigstens den Mechanismus nicht mehr erfinden.

Arrangement der Schmetterlingskarten

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