Pigmente

Warum Pigmente?

Bisher färbte ich den Kleister für meine Kleisterpapiere jeweils mit Acrylfarbe oder Gouachefarben. Grundsätzlich funktioniert das recht gut. Trotzdem wollte ich versuchen, wie das färben von Kleister mit reinen Pigmenten funktioniert.

Mein Arsenal an Pigmenten

Acrylfarben wird immer ein Anteil Füllstoffe beigemischt, damit die Masse der Farbe grösser wird. Füllstoffe sind günstiger als Pigmente, die Farbhersteller sparen so an Materialkosten. Das hat Vor und Nachteile. Vorteile liegen oft in der Verarbeitbarkeit der Farben, und deren Deckkraft. Ein Nachteil ist jedoch immer die Farbbrillianz, die unter den Füllstoffen leidet. Gerade wenn Farben nicht gemischt, sondern in Schichten aufgetragen werden, erreicht das Licht die unteren Farbschichten nicht mehr, und wird von dort auch nicht mehr reflektiert. Das erhöht zwar die Deckkraft, verringert aber gleichzeitig die Leuchtkraft und Lebendigkeit der Farben. Besonders bei starker Verdünnung meiner Acrylfarben ist mir aufgefallen, dass die Farben nicht mehr rein wirken.

Probieren geht über studieren

Da ich bis jetzt noch nie mit Pigmenten in Pulverform gearbeitet hatte, schlich ich einige Tage lang um die Schachtel herum, nahm immer wieder ein Gläschen in die Hand um die Farben zu bewundern. Ich traute der Sache noch nicht so ganz und schob den Versuch hinaus. Heute nahm ich meinen ganzen Mut zusammen, mischte etwas Kleister an und gab ein wenig der Zitronengelben Pigmente dazu. Wider erwarten geschah nun nichts schlimmes… Das Pulver lässt sich überraschend gut mit dem Kleister mischen.

Um Verluste beim Experimentieren zu minimieren arbeite ich für Versuche gerne auf kleinen Formaten. DIN A6 finde ich für diesen Zweck ideal. Wie ich vermutete, braucht  es ein wenig Übung und Erfahrung, um abzuschätzen wie die Mengenverhältnisse von Kleister und Pigmenten sein müssen. Wahrscheinlich ist das auch von der Art der Pigmente abhängig.

Erstes Resumée

Das Färben von Kleister mit Pigmenten anstelle von Acryl oder Gouachefarbe bietet einen grossen Vorteil, den ich nicht erwartet hätte. Relativ dicker, aber schwach gefärbter Kleister, erlaubt es die Farbe mit einem Kamm fast vollständig von der Papieroberfläche zu entfernen. Die Spuren, die der Kamm hinterlässt sind also fast weiss. Etwas dünnerer Kleister, mit einer grösseren Menge von Pigmenten lässt die Farbe tiefer ins Papier eindringen. Das heisst, die Spuren, die der Kamm zieht sind gefärbt. Diese Kontrolle über das Verhalten der Farbe war mir mit den Acrylfarben nicht möglich.
Bis ich dieses Verhalten gezielt anwenden kann, wird es wohl noch ein paar Versuche brauchen. Doch ich bin sicher, mit etwas Übung und Erfahrung lassen sich Effekte erzielen, die mit Acrylfarbe nicht erreicht werden können.

Was die Brillanz der Farben angeht bin ich auch zufrieden. Ich habe heute nur vier der neun Farben ausprobiert, Azurblau, Zitronengelb, gebrannte Umbra und lichter Ocker. Ich freue mich jetzt schon darauf, mit den anderen Farbtönen zu spielen.
Sehr gespannt bin ich auf Karminrot, bei Versuchen mit scharz und rot hatte ich immer Probleme mit den Gouachefarben. Meine rottöne veränderten sich immer zu einer Art Fleischfarbe, die mir nicht so recht zusagte. Ich bin voller Spannung und Vorfreude auf weitere Versuche.

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