Kreatives Chaos – Konstruktive Ordnung – oder ein Mittelweg?

Berge von Dingen

In den letzten Wochen kam ich wieder einmal an den Punkt an dem mich das Chaos überrollte, Werkzeuge, aktuelle Projekte, Papier, Farben und der ganze restliche Kreativkrempel wuchs zu einem Riesenhaufen an. Das ist jetzt nicht symbolisch oder psychologisch gemeint. Die Bedrohung, bei lebendigem Leibe von einem zusammenstürzenden Haufen Kunstbedarf begraben zu werden, war nicht mehr zu ignorieren.

Kreatives Chaos in Ehren, aber ich erreichte einen Punkt an dem mein Chaos mich zu behindern begann. Bevor ich eine Arbeit beginnen konnte, musste ich die letzte Arbeit wegräumen, und weil ich grad mit Elan starten wollte, geschah dies meist auch nicht mit viel System. Das heisst, wenn ich wieder an der anderen Arbeit weitermachen wollte, musste ich erstmal die Werkzeuge und das Material zusammensuchen…

Ich möchte definitiv nicht wissen, wieviel Zeit ich mit hin und herräumen verbrachte und wie oft mich der Impuls, etwas kreatives zu machen, beim Anblick dieses schier unüberwindlichen Haufens von Dingen  verliess.

Den Haufen sortieren…

An einem Tag setzte ich mich in unser Arbeitszimmer und begann die Situation zu analysieren. Ich stellte fest, dass es sich eigentlich drei Kategorien von Dingen handelt, die ganz gewaltig durcheinanderkamen.

  • angefangene Projekte
  • Material
  • Werkzeug

Schachteln für angefangene Projekte

Mein erster Schritt war, die angefangenen Projekte, mitsamt dem dazu benötigten Werkzeug und Material in einzelne Schuhkartons und andere passende Schachteln zu packen. Ein kleiner Schritt für die Welt, ein grosser Schritt für mich, denn siehe da, will ich an einem Projekt arbeiten, muss ich nicht mehr suchen. Ich schnappe mir die gewünschte Schachtel, gehe an den Arbeitsplatz – meist das Wohnzimmer – und lege los. Und wenn ich genug habe, lasse ich  alles in der Schachtel verschwinden und versorge sie. Nicht mehr lange aufräumen, und überlegen  wohin mit dem ganzen Kram… In die Schachtel und weg damit.

Alles Griffbereit?

Als nächstes begann ich – wieder einmal – meine Materialien zu sortieren. Papier, Karton, Farben, Stoffe, Garne, Kurzwaren, Perlen, usw… Viele dieser Dinge sind klein und handlich und lassen sich relativ gut in Schachteln und Boxen verstauen. Das Papier ist der schwierigste Teil der Sache. Es sollte flach gelagert werden und ich besitze die unterschiedlichsten Formate und Varianten. Zeichenpapier von 50cm x 70cm, winzige Aquarellpapiere, Papier auf Rollen, Blocks, selbst angefertigte Buntpapiere, Folien und vieles mehr. Und das ist erst der Anfang…

Ein improvisiertes Regal aus Sperrholz, auf einem unserer tiefen, hüfthohen Staukästen- in dem die grossen Bögen leider genau nicht Platz finden- schafft soweit Abhilfe, dass ich wenigstens über dem Papier auch noch Dinge versorgen kann, ohne diese direkt aufs Papier stellen zu müssen. Blocks und kleinere Bögen finden Platz in einer Staubox. Die gerollten Papiere stehen nun in einer Rechteckigen Glasvase.

Die meistbenutzten Farben – meine Acryl- und Gouchefarben fanden mitsamt den Pinseln, Schwämmen, Lappen und Gläsern für Wasser in einer Holzkiste Platz und sind so schnell zur Hand wenn ich sie brauche. Alle anderen Farben verräumte ich in eine Schublade unter dem Schreibtisch. Was für ein Fortschritt!

Alles andere versuchte ich irgendwie zu sortieren und in kleinere Schachteln und Dosen zu verräumen und ebenfalls zu verstauen.

Es werde Raum!

Ich bin noch längst nicht fertig – und weit entfernt davon eine Zen-ähnliche Ordnung zu haben, aber ich denke ich bin auf dem richtigen Weg. Was mir Eltern, Lehrer und viele andere Menschen seit ich denken kann beizubringen versuchten, beginne ich langsam zu begreifen. Ich begreife nicht nur, dass Ordnung etwas nützliches ist, sondern beginne Spass daran zu haben, dass mein Material griffbereit ist, Raum zu gewinnen fürs Arbeiten, der vorher durch umherliegende Dinge besetzt war.

Ausser dem bleibt mir so mehr Zeit für Kreativität, da ich weniger Zeit mit Suchen und hin- und herräumen verschwende.

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