Fotografie heute – Beautyful Colors! Ein paar Gedanken zur modernen Bildbearbeitung

Es ist nichts neues, dass Fotografen ihren Bilder mit Entwicklung und Nachbearbeitung „etwas auf die Sprünge helfen“. Die rasante Entwicklung der modernen Technologien schreitet voran und gibt uns allen immer neue Mittel an die Hand, mit unseren Kunstwerken umzugehen. Aber halt! Was ist eigentlich Fotografie?

Kurz gesagt ist Fotografie die Kunst mit Licht zu malen. Für eine genaue Definition empfehle ich folgenden Link: Fotografie auf Wikipedia

Fotografie ist also eine Methode, um mit Hilfe von optischen Verfahren ein Lichtbild auf ein lichtempfindliches Medium zu projizieren und dort direkt und dauerhaft zu speichern (analoges Verfahren) oder in elektronische Daten umzuwandeln und zu speichern (digitales Verfahren).

Wenn ich mir nun die Bilder auf Google+ und weiteren beliebten Plattformen zum teilen von Bildern so anschaue, scheint es mir als wäre die Nachbearbeitung der gespeicherten Lichtbilder zum zentralen Kritikpunkt für gelungene Fotos geworden. „Awesome colors – Amazing lights – Wonderful contrast“ Dies ist nur die Spitze des Eisbergs, wenn man sich durch die Kommentare zu Bildern der beliebten Superstars unter den Fotografen liest.

Es ist ein richtiger Hype geworden, die eigenen Bilder noch schnell mit einer Teiltonung etwas „grungier“ oder mit einem Farbverlauf etwas „farbiger“ aussehen zu lassen. Nicht selten passiert das aber auf Kosten der natürlichen Wirkung eines an sich sonst gelungenen Fotos. Bildbearbeitungsprogramme wie z.B. Adobe Photoshop Lightroom und Adobe Photoshop bieten dem Fotografen von heute fast unbegrenzte Möglichkeiten der Nachbearbeitung. Doch finde ich es schade, wenn dadurch das eigentliche Motiv schon fast in den Hintergrund rückt.

Fotografie ist für mich die Kunst, ein Motiv so abzulichten, dass der Betrachter an dem Moment teilhaben kann, den ich mit meiner Kamera festgehalten habe. Und das möglichst authentisch. Die übertriebenen Farbspielereien haben in meinen Augen durchaus ihre Berechtigung und sind auch Ausdruck der eigenen Kreativität des jeweiligen Künstlers – doch sollten solche Bilder eher in der Kategorie „Bildbearbeitung“, „Digital Art“ oder „Photoshop Creations“ veröffentlicht werden, da viele dieser durchaus sehenswerten Kreationen leider nichts mehr mit dem ursprünglichen Bild zu tun haben.

Dies nur so am Rande. Ich möchte keineswegs einen Frontalangriff auf die bildbearbeitenden und farbbegeisterten Photoshopenthusiasten unter Euch starten – noch möchte ich diese Art der Gestaltung in irgend einer Weise verurteilen. Ich möchte mit meinem Artikel lediglich dazu auffordern, vor dem Anlegen der nächsten Farbmaske in Photoshop kurz inne zu halten und sich zu fragen: Will ich einfach das Beste aus meinem Bild herausholen und den Betrachter an der Schönheit des Augenblicks der Aufnahme teilhaben lassen- oder möchte ich den Betrachter doch lieber mit einem Farbrausch in eine surreale Welt entführen?

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2 Gedanken zu “Fotografie heute – Beautyful Colors! Ein paar Gedanken zur modernen Bildbearbeitung

  1. Da ich nicht ganz genau weiß, wleche Bilder Du vor Augen hast, möchte ich doch ein paar Anmerkungen dazu machen.
    Generell gebe ich Dir recht, dass eine Bearbeitung dem Foto oder der Aussage helfen sollte, sie unterstützt. Allerdings macht eine wie auch immer geartete Bearbeitung aus einem schlechten Bild noch immer kein gutes. Bildaufbau und Inhalt lassen sich nur bedingt im Nachhinein verändern. Oder mit sehr viel Auswand. (Übrigens keine moderne Enrscheinung)
    Was bei Diskussionen über die moderne Bildbearbeitung aber oft vergessen wird; jedes Foto, egal ob digital oder analog stellt immer eine Interpretation der Wirklichkeit dar. Das beginnt beim Ausschnitt oder Objektiv, Filter, etc und in der analogen Fotografie natürlich auch durch den Film. Körnigkeit, Farbigkeit, Wärme, Kontrast. Dies alles lies und läßt sich durch die Wahl des Films beeinflussen.
    Und auch die Entwicklung eines analogen Films ist wiederum eine Interpretation und Bearbeitung der Aufnahme. Durch Entwicklungsverfahren, Wahl des Papier, Länge der Belichtung und anderen Techniken.
    Ist das etwas anderes, als die nachträgliche digitale Bearbeitung?

    Der Trugschluss der digitalen Fotografie ist dagegen, dass ein aus der Kamera kommendes, nicht persönlich bearbeitetes Foto unbearbeitet ist. Ist es nicht, hier nur haben die Prozessoren der Kamera die Arbeit übernommen.

    Das soll beileibe nicht heißen, dass ich die Beliebigkeit mancher heutiger Aufnahmen gut heiße. Im gegenteil, ich halte vielfach nichts davon. Der große Unterschied sind meiner Meinung aber eher die einfacheren Möglichkeiten und der undifferenzierte Umgang damit, nicht die Bearbeitung an sich.

    LG Michel

    • Vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar!

      Ich kann Deinen Ausführungen nur zustimmen – gut auf den Punkt gebracht. Ich denke der einzige wirkliche Unterschied besteht darin, dass es in der heutigen Zeit um einiges einfacher ist, auch mittelmässige Bilder viral via social Networks usw. zu verbreiten und je nach Beliebtheit des „Künstlers“ werden die Bilder nicht mehr differenziert betrachtet sondern einfach grundsätzlich mal der „Like – Button“ geklickt. Somit haben es in meinen Augen die Fotografen (alle Künstler) heute einfacher, auch mal ein Bild mit ein zu „schmuggeln“, welches vielleicht nicht ganz so grossartig geraten ist. Hauptsache der gewohnte Look stimmt.

      Auf der anderen Seite ist es natürlich so, dass durch die grossflächige Verfügbarkeit der Bearbeitungsprogramme für den Fotografen auch ein grösserer Konkurrenzkampf entsteht, da im Prinzip jeder der einen Computer bedienen kann, auch ein Bild beliebig anpassen kann.

      Wie ich schon im Artikel geschrieben habe, möchte ich mich keinesfalls gegen digitale Entwicklung oder Bildbearbeitung aussprechen – ich plädiere lediglich für einen bewussten Umgang mit den zur Verfügung stehenden Werkzeugen.

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